Ein Gemälde verschenken – worauf es bei Kunst als Geschenk ankommt
Ein Gemälde zu verschenken ist ein Vertrauensbeweis. Wie man ein Werk findet, das zum Menschen passt, welche Formate sich eignen und wie die Übergabe gelingt.

Ein Gemälde zu verschenken ist etwas anderes als ein Buch oder eine Flasche Wein. Es bleibt. Es hängt jahrelang an einer Wand, wird jeden Tag gesehen und erinnert an den Menschen, der es geschenkt hat. Kunst als Geschenk ist deshalb ein Vertrauensbeweis: Man sagt damit, dass man den anderen gut genug kennt, um ihm etwas so Persönliches zuzutrauen. Dieser Beitrag zeigt, wie man ein Werk findet, das passt, und wie die Übergabe gelingt.
Wann ein Gemälde das richtige Geschenk ist
Ein Original eignet sich für Anlässe, die selbst Gewicht haben: eine Hochzeit, ein Jubiläum, ein runder Geburtstag, ein Einzug, der Abschluss eines Lebensabschnitts. Auch im beruflichen Umfeld kann ein Werk ein starkes Zeichen sein, etwa zur Eröffnung von Räumen oder zum Dank für eine lange Zusammenarbeit.
Weniger geeignet ist ein Gemälde als spontane Überraschung für jemanden, dessen Räume man nicht kennt. Hier lohnt die Vorbereitung, die im Folgenden beschrieben ist.
Den Menschen lesen, nicht nur seinen Geschmack
Niemand muss den Kunstgeschmack eines anderen erraten. Es genügt, aufmerksam zu sein.
Die Farben der Wohnung. Herrschen warme Holztöne, Leinen und Messing vor, oder kühles Weiß, Grau und Glas? Ein Werk in Rosé, Apricot und Gold wirkt in warmen Räumen selbstverständlich, eines in Blau und Petrol in hellen, kühlen.
Orte und Erinnerungen. Viele Menschen haben einen Ort, an den sie immer wieder denken: das Meer, einen Garten, eine Stadt. Ein Werk, das diese Stimmung aufnimmt, berührt mehr als jedes Motiv. In den Werken von Juliane Golbs tauchen etwa die Elbphilharmonie, Paris oder üppige Blütenfelder auf, Bilder wie Golden Elbphi oder 43 | 2021 erzählen von Hamburg.
Die Lebensphase. Wer gerade eine Familie gründet, freut sich vielleicht über ein Werk voller Leben und Bewegung; wer zur Ruhe kommt, eher über eine stille, kontemplative Arbeit.
Wer unsicher ist, kann gemeinsam mit der beschenkten Person den Kunstberater durchgehen oder Geschmack entdecken ausprobieren, als Vorgeschmack auf das eigentliche Geschenk.
Das passende Format
Kleine und mittlere Formate sind die sicherste Wahl. Ein Werk bis etwa 60 Zentimeter Kantenlänge findet fast überall Platz: über einer Kommode, im Flur, neben einer Tür, auf einem Sideboard angelehnt. Arbeiten wie 08 | 2026 oder 07 | 2026 mit 30 × 40 Zentimetern oder 10 | 2025 mit 40 × 60 Zentimetern zeigen, wie viel Kraft auch in kleinen Formaten liegt.

Große Formate sind ein Statement. Sie eignen sich, wenn man die Wand kennt, für die das Geschenk gedacht ist, etwa bei einem gemeinsamen Zuhause oder bei Räumen, die man selbst mitgestaltet hat. Als Faustregel für die Wand über einem Sofa gilt etwa zwei Drittel der Sofabreite. Mehr dazu steht im Beitrag über Kunst im Wohnzimmer.
Welche Serie zu welchem Anlass passt
Die Serien von Juliane Golbs haben jeweils eine eigene Atmosphäre, und manche passen besonders gut zu bestimmten Anlässen.
Fifth Season handelt von gelebter Zeit und dem Licht der Gegenwart. Die Serie entstand aus der Sorge um das Leben der Tochter der Künstlerin und begreift Leichtigkeit als Entscheidung, dem Leben zugewandt zu bleiben. Ein Werk daraus ist ein Geschenk für Menschen, die etwas überstanden haben oder einen neuen Abschnitt beginnen.
Heaven can’t wait setzt diese Serie fort, zeichnerischer und vielschichtiger. Die Bilder sind voller Bewegung und eignen sich für Menschen, die das Leben feiern, zur Geburt, zur Hochzeit, zum Jubiläum.
Golden Things macht Gold zum Thema, das Licht der Goldenen Stunde. In dieser Serie finden sich auch Motive wie die Elbphilharmonie, ein Geschenk mit Hamburg-Bezug.
Everlasting Blossoms ist florale Abstraktion, ein „konservierter Frühling“. Ein Teil des Erlöses unterstützt die NCL-Stiftung im Kampf gegen Kinderdemenz; wer ein Werk aus dieser Serie verschenkt, schenkt diese Unterstützung mit.
Die Signature Collection und die Monogram-Serie arbeiten mit Zeichen und Monogrammen. Sie sind der natürliche Ausgangspunkt für ein persönliches Geschenk mit Initialen oder Symbolen einer Familie.
Original, Auftrag oder gemeinsame Auswahl
Es gibt drei Wege, ein Gemälde zu verschenken.
Ein bestehendes Original. Man wählt ein Werk aus dem Werkverzeichnis aus. Das ist der direkteste Weg und eignet sich, wenn man den Geschmack der beschenkten Person gut kennt.
Eine Auftragsarbeit. Ein Werk, das eigens entsteht, kann Daten, Orte, Farben oder Zeichen einer Familie aufnehmen. Die Signature Collection zeigt, wie Juliane Golbs Monogramme und Symbole wie Krone, Hase und Anker in Malerei übersetzt. Eine Auftragsarbeit braucht Zeit; wer zu einem festen Termin schenken möchte, sollte früh beginnen. Den Ablauf beschreibt der Beitrag zur Auftragsarbeit.
Die gemeinsame Auswahl. Manchmal ist das schönste Geschenk die Einladung, gemeinsam auszuwählen, etwa bei einem Atelierbesuch in Hamburg nach Vereinbarung. Wer das Werk dann selbst findet, verbindet es für immer mit diesem Tag.
Besondere Anlässe
Zur Hochzeit. Ein Werk für ein Paar steht für etwas Gemeinsames, das wächst. Werkpaare oder mehrteilige Arbeiten greifen diesen Gedanken auf: Zwei Bilder, die zusammengehören und doch jedes für sich bestehen. Wer möchte, verbindet die Schenkung mit einem gemeinsamen Atelierbesuch des Paares.
Zum Einzug. Ein neues Zuhause hat noch leere Wände, und oft weiß man noch nicht genau, wie es eingerichtet wird. Hier kann ein mittleres Format sinnvoll sein, das an verschiedenen Orten funktioniert. Oder man schenkt die Möglichkeit, ein Werk zur Probe zu hängen, gegen einen kleinen Aufpreis, der beim Kauf verrechnet wird.
Im beruflichen Umfeld. Zur Eröffnung neuer Räume, zum Firmenjubiläum oder zum Abschied einer prägenden Person ist ein Original ein Zeichen, das über den Tag hinaus bleibt. Steuerliche Fragen zu Geschenken im Unternehmen sollte man vorab mit der Steuerberatung klären.
Häufige Fehler
Zu klein gedacht. Ein Bild, das an einer großen Wand verloren wirkt, schmälert das Geschenk. Lieber ein mittleres Format für einen konkreten Ort als ein winziges für alle.
Den eigenen Geschmack schenken. Ein Werk, das man selbst liebt, ist nicht automatisch das richtige für den anderen. Die Farben und Räume der beschenkten Person sind der bessere Maßstab.
Die Übergabe unterschätzen. Ein Original, das in einem Karton überreicht wird, ohne ein Wort dazu, verliert einen Teil seiner Bedeutung. Die Geschichte gehört zum Geschenk.
Die Übergabe
Ein Original verdient eine Übergabe, die seiner würdig ist. Einige Hinweise:
Verpackung. Ecken und Oberfläche schützen, das Bild aufrecht transportieren, nie flach mit Gewicht darauf. Bei Werken mit Blattgold oder Lack darf nichts direkt auf der Oberfläche liegen.
Die Geschichte dazu. Eine kurze Karte, warum man gerade dieses Werk gewählt hat, macht aus dem Bild ein Geschenk. Auf jeder Werkseite steht eine kuratierte Beschreibung, aus der man zitieren kann.
Hängen helfen. Wer anbietet, beim Aufhängen zu helfen, schenkt gleich mit, dass das Werk gut zur Geltung kommt: Bildmitte auf etwa 145 bis 155 Zentimetern, kein direktes Sonnenlicht.

Schenkungsteuer: was man wissen sollte
Ein wertvolles Gemälde ist rechtlich eine Schenkung. In Deutschland bleiben Schenkungen bis zu persönlichen Freibeträgen steuerfrei. Nach § 16 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes sind das unter anderem 500.000 Euro für Ehepartner, 400.000 Euro für Kinder, 200.000 Euro für Enkel und 20.000 Euro für Personen der Steuerklassen II und III, etwa Geschwister oder Freunde. Für die meisten Geschenke spielt die Steuer damit keine Rolle. Bei größeren Werten oder mehreren Schenkungen innerhalb von zehn Jahren lohnt eine Steuerberatung; dieser Beitrag ersetzt sie nicht.
Ein Geschenk, das bleibt
Ein Gemälde zu verschenken heißt, jemandem einen Blick zu schenken, auf die Welt, auf eine Farbe, auf eine Erinnerung. Wenn es gelingt, wird das Bild Teil des Zuhauses und bleibt doch immer ein Geschenk. Für die Auswahl stehen das Werkverzeichnis mit allen verfügbaren Originalen und der Kunstberater bereit. Für eine Auftragsarbeit oder einen Atelierbesuch genügt eine Nachricht über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Welches Format eignet sich für ein Gemälde als Geschenk?
Kleine und mittlere Formate bis etwa 60 Zentimeter Kantenlänge finden fast überall Platz, etwa über einer Kommode, im Flur oder auf einem Sideboard. Große Formate eignen sich, wenn man die Wand der beschenkten Person kennt.
Kann man ein Gemälde verschenken, ohne den Geschmack genau zu kennen?
Ja, mit etwas Vorbereitung. Hinweise geben die Farben der Wohnung, Lieblingsorte und Reisen. Zudem lässt sich ein Werk von Juliane Golbs gegen einen kleinen Aufpreis zur Probe hängen; der Aufpreis wird beim Kauf verrechnet.
Fällt beim Verschenken eines Gemäldes Schenkungsteuer an?
Schenkungen sind bis zu persönlichen Freibeträgen steuerfrei, etwa 500.000 Euro für Ehepartner, 400.000 Euro für Kinder und 20.000 Euro für Personen der Steuerklassen II und III (§ 16 ErbStG). Für Einzelfälle hilft eine Steuerberatung.
Kann ich ein Gemälde als Auftragsarbeit verschenken?
Ja. Eine Auftragsarbeit kann Daten, Orte oder Zeichen einer Familie aufnehmen. Sie braucht Zeit; wer zu einem festen Termin schenken möchte, sollte früh mit dem Atelier sprechen.


