Auftragsarbeit: wie ein Unikat für Ihren Raum entsteht
Manchmal gibt es das richtige Bild noch nicht. Dann entsteht es. Über den Weg vom ersten Gespräch bis zum Werk, das nur für einen Ort gemalt wurde.

Manchmal sucht man ein Bild für einen ganz bestimmten Ort. Die Wand über dem Kamin, das Entrée, das den ersten Eindruck eines Hauses prägt, einen Konferenzraum, der mehr sein soll als funktional. Und manchmal stellt man fest: Das richtige Werk gibt es noch nicht. Dann beginnt eine Auftragsarbeit.
Bei der Hamburger Künstlerin Juliane Golbs beginnt eine Auftragsarbeit mit einem Gespräch und endet mit einem Unikat, das für genau diesen Ort gemalt wurde. Dazwischen liegen Wochen, in denen sich ein Werk Schicht um Schicht bildet – und eine Reihe von Entscheidungen, die man besser gemeinsam trifft als allein.
Was eine Auftragsarbeit ist – und was nicht
Eine Auftragsarbeit bleibt ein freies Kunstwerk in der Handschrift der Künstlerin. Was sich ändert, ist der Ausgangspunkt: Statt mit einer leeren Leinwand beginnt das Werk mit einem Raum, einem Menschen, einer Geschichte.
Es geht nicht darum, ein bestehendes Bild zu kopieren oder ein Foto abzumalen. Juliane Golbs entwickelt ein neues Werk, das sich an Format, Licht und Atmosphäre orientiert und zugleich ganz ihres ist.
Diese Freiheit ist kein Vorbehalt, sondern der eigentliche Wert. Wer ein Werk in Auftrag gibt, wählt eine künstlerische Haltung, keine Farbvorlage. Die Wünsche fließen ein, in Format, Farbklang, Goldanteil und Stimmung. Wie sie sich auf der Leinwand übersetzen, entscheidet die Hand, die malt. Das unterscheidet eine Auftragsarbeit von Dekoration nach Maß: Am Ende steht ein Bild, das auch ohne den Raum bestehen würde, für den es gemalt wurde.
Eine alte Praxis
Dass Kunst im Auftrag entsteht, ist keine Ausnahme der Gegenwart, sondern für weite Teile der Kunstgeschichte der Normalfall. Altarbilder, Porträts, Deckengemälde und Raumausstattungen wurden für bestimmte Orte und Menschen geschaffen; das Werk, das ohne Auftraggeber für einen offenen Markt gemalt wird, ist historisch gesehen die jüngere Form. Heutige Auftragsarbeiten knüpfen an diese Tradition an, ohne ihre Hierarchie zu übernehmen. Der Auftraggeber bestimmt nicht mehr, was gemalt wird. Er öffnet einen Raum, und die Künstlerin antwortet darauf.
Der Weg zum Unikat
Das erste Gespräch
Am Anfang steht ein Gespräch, im Atelier in Hamburg oder vor Ort. Es geht um den Raum, aber auch um Gefühle: Was soll das Werk auslösen? Ruhe, Energie, Wärme? Gibt es Farben, die eine Rolle spielen, oder solche, die man vermeiden möchte? Gibt es eine Geschichte, die mitschwingen soll?
Hilfreich ist es, zum Gespräch ein paar Dinge mitzubringen:
- die Maße der Wand und den Abstand, aus dem man das Bild meistens sehen wird,
- Fotos des Raums, idealerweise einmal bei Tageslicht und einmal am Abend mit der üblichen Beleuchtung,
- Materialien und Farben, die den Raum prägen: Holz, Stein, Textilien, Wandfarbe,
- und, wenn es sie gibt, Werke von Juliane Golbs, die einen besonders angesprochen haben. Die digitale Galerie und die Seite Werke sind dafür ein guter Ausgangspunkt.
Raum und Licht verstehen
Ein Werk mit 24-Karat-Blattgold reagiert stark auf Licht. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wo das Bild hängen wird: Woher kommt das Tageslicht? Wie wird der Raum abends beleuchtet? Welche Materialien umgeben die Wand? Aus diesen Antworten ergeben sich Format, Farbklang und der Einsatz des Goldes. Warum das so wichtig ist, erklärt der Beitrag Blattgold in der Malerei.
Ein Beispiel: In einem Raum mit kühlem Nordlicht kann eine großzügige Goldfläche Wärme hineintragen. In einem Raum mit viel direktem Sonnenlicht kann dieselbe Fläche mittags blenden und abends glühen. Beides kann gewollt sein. Wichtig ist, dass es eine bewusste Entscheidung ist.
Die Richtung festlegen
Gemeinsam wird eine Richtung bestimmt. Oft dient dabei eine bestehende Serie als Ausgangspunkt: die florale Leichtigkeit von Everlasting Blossoms, das Licht von Golden Things oder die persönliche Symbolik der Signature Collection, in der Monogramm und Zeichen zu einem eigenen Wappen werden.
Gerade die Signature Collection eignet sich für Aufträge, die eine Familie, ein Haus oder ein Unternehmen tragen sollen. Initialen, Daten oder Zeichen werden dabei nicht als Schriftzug aufgemalt, sondern in die Malerei eingewoben, so dass sie sich erst beim genauen Hinsehen erschließen. Ein Werk dieser Art ist persönlich, ohne plakativ zu sein.
Die Entstehung
Dann zieht sich das Werk ins Atelier zurück. Schicht um Schicht entsteht es, mit Pigment, Pastell, Lack und Gold, vieles mit den Fingern aufgetragen. Weil jede Schicht Zeit zum Trocknen braucht, dauert eine Auftragsarbeit Wochen.
In dieser Phase braucht das Werk Ruhe. Eine Malerei, die aus vielen Schichten besteht, lässt sich nicht beschleunigen, ohne an Tiefe zu verlieren. Das Blattgold wird erst gesetzt, wenn der Untergrund dafür bereit ist, und anschließend geschützt. Wer eine Auftragsarbeit plant, etwa zu einem festen Termin wie einem Einzug, einer Eröffnung oder einem Jubiläum, sollte diesen Termin deshalb früh nennen.
Die Übergabe
Am Ende steht die Übergabe des signierten Originals mit Echtheitszertifikat. Auf Wunsch begleitet die Künstlerin auch die Hängung, damit das Licht genau so auf das Werk fällt, wie es gedacht war.
Für wen sich eine Auftragsarbeit eignet
- Private Sammler, die für einen besonderen Raum ein Werk suchen, das niemand sonst besitzt.
- Familien, die einen Anlass festhalten möchten, sei es eine Geburt, ein Jubiläum oder ein neues Zuhause.
- Unternehmen, die ihren Räumen eine Haltung geben möchten.
- Hotels und Gastronomie, die ihren Gästen etwas Bleibendes zeigen möchten. Wie das aussehen kann, zeigt die Residenz der Künstlerin im Louis C. Jacob.
- Marken, die eine eigene Edition suchen, wie es in den Kooperationen mit WERNS, Windspiel oder Maison Laurette geschah. Mehr dazu auf der Seite Dialoge.
Wenn Marken eine Edition suchen
Eine Auftragsarbeit muss nicht an einer Wand enden. Mit der Gin-Manufaktur Windspiel entstand 2021 eine Art Edition, deren Gestaltung auf Werke von Juliane Golbs zurückgeht. Sie war auf 999 Flaschen limitiert und nach wenigen Tagen vergriffen. 2024 wurde die Zusammenarbeit erneuert: Es folgte ein zweiter, anders komponierter Pistazien-Gin mit weniger Alkohol, gedacht für den Sommer.

Die Logik ist dieselbe wie bei einem Gemälde für einen Raum: Am Anfang steht die Frage, wofür eine Marke steht und welches Gefühl ein Produkt tragen soll. Erst dann folgt die Gestaltung. Bei Kooperationen dieser Art kommt ein Punkt hinzu, der bei einem privaten Auftrag oft keine Rolle spielt: Wie, wo und wie lange das Motiv genutzt werden darf, wird vorab vertraglich vereinbart.
Manchmal ist das Objekt selbst die Leinwand. In Deauville bemalte Juliane Golbs 2023 einen Strohhut in einer Performance, bei der die Entstehung so wichtig war wie das Ergebnis. Auch das ist eine Form von Auftrag: ein Werk, das für einen Moment und einen Ort geschaffen wird.

Erst sehen, dann entscheiden: Bilder zur Probe hängen
Nicht jede Entscheidung fällt im Atelier. Manchmal muss man ein Bild im eigenen Licht sehen, über einige Tage, morgens und abends. Deshalb bietet Juliane Golbs an, Werke zur Probe zu hängen. Für einen kleinen Aufpreis kommt ein Original zu Ihnen nach Hause oder ins Unternehmen. Entscheiden Sie sich anschließend für den Kauf, wird dieser Betrag vollständig auf den Preis angerechnet.
Das ist besonders hilfreich, bevor man eine Auftragsarbeit beginnt: Ein bestehendes Werk an der vorgesehenen Wand zeigt schnell, welches Format, welcher Goldanteil und welche Farbtemperatur zum Raum passen. Manchmal stellt sich dabei heraus, dass das gesuchte Bild schon existiert. Auch das ist ein gutes Ergebnis.
Vereinbarungen: was man vorher klärt
Eine Auftragsarbeit ist Vertrauenssache, und gerade deshalb lohnt sich Klarheit. Rechtlich wird eine Auftragsarbeit in Deutschland häufig als Werkvertrag eingeordnet: Nach § 631 BGB verpflichtet sich die eine Seite zur Herstellung des versprochenen Werkes, die andere zur Zahlung der vereinbarten Vergütung. Bei einem Kunstwerk ist das Besondere, dass das „versprochene Werk“ gerade nicht bis ins Letzte festgelegt sein kann – sonst wäre es keine freie Arbeit mehr. Umso wichtiger ist es, die Eckpunkte schriftlich festzuhalten:
- Format und Bildträger, also Maße, Hoch- oder Querformat, Leinwand oder Platte,
- die vereinbarte Richtung: Serie, Farbklang, Goldanteil, gegebenenfalls Monogramm oder Zeichen,
- Zeitrahmen und, falls es ihn gibt, einen festen Termin,
- Vergütung und Zahlungsweise, etwa mit einer Anzahlung zu Beginn,
- Übergabe, Transport und Hängung,
- Nutzungsrechte, falls das Werk über das Aufhängen hinaus verwendet werden soll.
Zum letzten Punkt: Wer ein Original erwirbt, erhält das Eigentum am Werk, nicht das Urheberrecht. Nach § 44 UrhG räumt die Urheberin mit dem Verkauf des Originals im Zweifel kein Nutzungsrecht ein. Ausstellen darf der Eigentümer das Werk dagegen, sofern das nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Für ein Unternehmen, das sein Auftragswerk auch in Geschäftsbericht, Website oder Kampagne zeigen möchte, heißt das: Diese Nutzung wird mitvereinbart.
Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Für größere Projekte, insbesondere mit Marken, empfiehlt sich ein individueller Vertrag.
Was eine Auftragsarbeit kostet
Der Preis hängt von Format, Technik und Umfang ab, insbesondere davon, wie viel Blattgold verarbeitet wird. Er wird nach dem ersten Gespräch transparent festgelegt. Wie bei den bestehenden Werken nennt das Atelier Preise auf Anfrage, weil jedes Projekt anders ist.
Der erste Schritt
Wer über ein Werk für einen bestimmten Raum nachdenkt, beginnt am besten mit einer kurzen Nachricht: Wo soll das Bild hängen, wie groß ist die Wand, was soll es auslösen? Das Kontaktformular ist dafür vorbereitet. Alles Weitere entsteht im Gespräch.
Wer sich zunächst über den Erwerb bestehender Werke informieren möchte, findet im Leitfaden Abstrakte Kunst kaufen eine Orientierung – von Material und Zertifikat bis zu Licht, Pflege und den nüchternen Fragen nach Steuer und Rechten.
Werke zum Beitrag
Häufige Fragen
Was ist eine Auftragsarbeit?
Ein Kunstwerk, das eine Künstlerin für einen bestimmten Menschen, Raum oder Anlass schafft. Es bleibt ein freies Werk in ihrer Handschrift, ist aber auf Ort, Format und Wunsch abgestimmt.
Wie lange dauert eine Auftragsarbeit?
Das hängt von Format, Technik und Umfang ab. Weil Schichten mit Farbe und Blattgold Zeit zum Trocknen brauchen, entsteht ein Werk über Wochen. Den Zeitrahmen legt die Künstlerin im Gespräch fest.
Malt Juliane Golbs auch für Unternehmen und Hotels?
Ja. Neben privaten Aufträgen entstehen Werke für Häuser, Hotels und Marken, etwa im Rahmen ihrer Residenz im Hotel Louis C. Jacob in Hamburg.
Kann ich ein Bild vor dem Kauf zur Probe hängen?
Ja. Gegen einen kleinen Aufpreis kann ein Original zur Probe gehängt werden. Wird das Bild anschließend gekauft, wird der Betrag vollständig verrechnet.
Welche Angaben helfen für die erste Anfrage?
Wo das Werk hängen soll, die Maße der Wand, ein paar Fotos des Raums bei Tag und am Abend und ein Satz dazu, was das Bild auslösen soll. Alles Weitere klärt das erste Gespräch.
Wem gehören die Rechte an einer Auftragsarbeit?
Das Original geht in Ihr Eigentum über, das Urheberrecht bleibt bei der Künstlerin. Ausstellen dürfen Sie das Werk; eine Nutzung darüber hinaus, etwa für Drucke oder Markenkommunikation, wird gesondert vereinbart.






