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Künstlerin in Hamburg: Juliane Golbs und die Stille des Ateliers

Hamburg ist eine Stadt des Wassers und des wechselnden Lichts. Eine Künstlerin, die genau dieses Licht in ihre Bilder holt, arbeitet hier in einem Atelier, das nur nach Vereinbarung öffnet.

Hand der Hamburger Künstlerin Juliane Golbs mit feinem Pinsel beim Malen unter Bäumen

Wer in Hamburg nach einer Künstlerin sucht, sucht selten nur einen Namen. Man sucht eine Handschrift, die zur Stadt passt: zurückhaltend und doch voller Energie, verwurzelt und zugleich offen zur Welt. Juliane Golbs ist eine solche Künstlerin. Ihr Atelier liegt in Hamburg, ihre Werke hängen in privaten Sammlungen, und ihre Kooperationen reichen von der Elbchaussee bis nach Venedig.

Dieser Beitrag beschreibt, was die Stadt mit ihrer Malerei zu tun hat, wo man ihre Arbeit in Hamburg erleben kann und wie ein Besuch im Atelier abläuft.

Hamburg als Resonanzraum

Hamburg prägt seine Künstlerinnen auf eine leise Art. Das Licht über der Alster ändert sich im Stundentakt, die Elbe trägt Farben, die keine Palette ganz einfängt, und die hanseatische Haltung verlangt Substanz statt Lautstärke. In den Werken von Juliane Golbs finden sich diese Eigenschaften wieder: Sie leuchten, ohne zu blenden. Sie sind kraftvoll, ohne aufdringlich zu sein.

Golbs ist Wahlhamburgerin: Geboren in Schwerin, zog sie mit 18 Jahren nach Hamburg. Ihre Arbeit führt sie heute bis an die Côte d’Azur und nach Venedig. Das Atelier aber, in dem die Werke entstehen, liegt hier. Hier wird gearbeitet, hier wird verworfen, hier wird Schicht um Schicht aufgebaut.

Das Licht von Elbe und Alster

Als Anregungen nennt Golbs den Himmel, Gebäude und die Farben, die die Sonne über den Tag annimmt. In Hamburg ist dieses Spektrum besonders weit. An der Alster ist das Licht am Morgen oft silbrig und kühl, die Wasserfläche wirft es zurück und hellt die Fassaden auf. An der Elbe liegt über dem Fluss häufig ein feuchter Schleier, der Farben weicher macht und Konturen auflöst. Am Abend färben sich Wasser und Backstein warm.

Diese Wechsel finden sich in ihren Bildern wieder. Nicht als Abbild einer Ansicht, sondern als Temperatur: ein kühles Blau neben einem warmen Apricot, ein gedämpftes Grau, auf dem Gold zu leuchten beginnt. Auch das Gold selbst ist eine Antwort auf dieses Licht. Es nimmt jede Veränderung im Raum auf und macht sie sichtbar. Ein Bild, das bei grauem Hamburger Himmel ruhig und kühl wirkt, wird in der tiefen Abendsonne warm.

Wer ein Werk für einen Raum auswählt, sollte deshalb auch die Himmelsrichtung bedenken. Ein Zimmer mit Nordlicht zeigt die Farben gleichmäßig und klar, ein Raum nach Westen bringt das Gold am Abend zum Glühen.

Das Atelier: ein Ort der Konzentration

Das Atelier von Juliane Golbs ist ein Arbeitsraum, in dem eine fast tägliche Disziplin herrscht: die Übersetzung von Emotion in Farbe. Deshalb öffnet es nur nach Vereinbarung. Wer kommt, nimmt sich Zeit.

Bei einem privaten Termin sieht man Werke, die gerade entstehen, und solche, die fertig sind und auf ihren Ort warten. Man sieht Material: Blattgold, Pigmente, Leinwände. Und man erlebt, wie unterschiedlich ein Bild wirkt, wenn das Licht sich verändert. Mehr über diesen Ort erzählt die Seite Studio.

Juliane Golbs blickt auf ein dreiteiliges Gemälde in Apricot, Blau und Gold unter ihrem Namensschriftzug
Ein dreiteiliges Werk unter dem Schriftzug der Künstlerin. Aus der Nähe werden Farbläufe und Goldflächen sichtbar.

Was ihre Malerei auszeichnet

Die Kunst von Juliane Golbs verbindet romantische Motive mit expressiver Linie. Drei Merkmale fallen besonders auf:

  1. Gold als Lichtträger. 24-Karat-Blattgold und Goldcremes werden so eingesetzt, dass sie das Licht des Raumes aufnehmen und zurückgeben. Ein Bild sieht morgens anders aus als abends. Mehr dazu im Beitrag Blattgold in der Malerei.
  2. Die Hand im Bild. Viele Farbschichten trägt Golbs mit den Fingern auf. Das macht jedes Werk zum Unikat, das sich nicht reproduzieren lässt.
  3. Haltung. Ihre Bilder setzen auf Zuversicht. Sie zeigen das Leben als voll und schön, ohne naiv zu sein.

Hinzu kommt eine Spannung, die man erst beim längeren Hinsehen bemerkt: Viele Bilder wirken auf Distanz wie ein einziger Farbklang. Tritt man näher, zerfallen sie in Blütenformen, Linien, Spritzer und Kreidespuren. Diese zwei Lesarten, die ruhige aus der Ferne und die lebhafte aus der Nähe, machen die Werke für Räume geeignet, in denen man täglich an ihnen vorbeigeht.

Hamburg und seine Sammler

Hamburg hat eine lange Tradition des privaten Sammelns, und sie ist eng mit der Kunsthalle verbunden. Alfred Lichtwark, ab 1886 ihr Direktor, wollte die Hamburger nicht nur mit Kunst versorgen, sondern sie zum Sehen erziehen. Sein Buch „Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken“ von 1897 wurde sein meistverbreitetes Werk. Er gründete eine Sammlung von Bildern aus Hamburg und gab dafür Porträts und Stadtansichten bei deutschen und ausländischen Künstlern in Auftrag. Das hält die Neue Deutsche Biographie fest.

Von dieser Haltung ist in der Stadt etwas geblieben: Hamburger Sammler kaufen selten laut. Sie schauen lange, sie fragen nach Herkunft und Material, und sie hängen Kunst nicht zur Repräsentation auf, sondern um mit ihr zu leben. Genau für diese Art des Sammelns sind die Werke von Juliane Golbs gemacht. Sie verlangen keine große Bühne, aber sie belohnen den wiederholten Blick.

Eine Künstlerin, die mit der Stadt im Dialog steht

Seit 2025 ist Juliane Golbs Artist-in-Residence im Louis C. Jacob, einem der traditionsreichsten Hotels der Stadt. Auf der Lindenterrasse über der Elbe, die schon Max Liebermann gemalt hat, entstehen Skizzen und Bilder. Die Lindenterrasse war für sie einer der Gründe, sich für das Haus zu entscheiden. Laut Tageskarte sind Malkurse geplant, in denen Gäste den Entstehungsprozess miterleben, außerdem Ausstellungen mit Originalen, Kunstdrucken und Postkarten und für 2026 eine kunstkulinarische Gala. Das Haus feiert 2026 sein 235-jähriges Bestehen. Die Geschichte dieser Verbindung erzählt der Beitrag Artist-in-Residence im Louis C. Jacob.

Auch ihr Engagement ist in Hamburg verankert: Die NCL-Stiftung, deren Botschafterin sie seit 2018 ist, hat ihren Sitz in der Hansestadt. Für die Stiftung entstanden Gemeinschaftswerke mit Joss Stone und Leonie Beck. Beim Elbjazz Festival 2026 malte Golbs im Großen Saal der Elbphilharmonie live zur Musik von Joss Stone. Das Bild wurde zugunsten der Stiftung versteigert. Mehr dazu im Beitrag Kunst, die Verantwortung trägt.

Ausstellungen in Hamburg

In Hamburg waren Werke von Juliane Golbs vom 9. bis 11. Dezember 2021 in der Barlach Halle K zu sehen. Gezeigt wurden Unikate, vollendet mit Goldcreme, Blattgold, Acryl und Lacken. 2024 folgte die Ausstellung Fifth Season. 2025 zeigte sie im AEZ eine Jubiläumsausstellung, deren Erlöse vollständig an die NCL-Stiftung gingen. Aktuelle Ausstellungen und Termine erfahren Sie über das Atelier.

Für wen ihre Werke gemacht sind

Die Werke von Juliane Golbs sind für Räume mit Charakter gemacht: für private Wohnungen, die Ruhe brauchen, für Häuser, die Wärme suchen, für Unternehmen und Hotels, die ihren Gästen etwas Bleibendes zeigen wollen.

Visualisierung: pinkfarbenes Blütengemälde mit goldenen Akzenten in einem Loft mit Backsteinwand, davor ein schwarzer Lounge-Sessel
Visualisierung in einem Loft. Helle Backsteinwände und Strahler geben einem kräftigen Farbton Halt.

Hamburger Altbauten mit hohen Decken und Stuck vertragen großformatige Arbeiten besonders gut. Lofts in ehemaligen Speichern oder Fabriken geben kräftigen Farben einen ruhigen Hintergrund. In modernen Neubauten mit großen Fensterflächen wirkt das Gold vor allem am Abend, wenn das künstliche Licht übernimmt.

Ein Bild in einer Hamburger Wohnung hängen

Ein paar Grundregeln helfen, damit ein Werk im eigenen Raum so wirkt wie im Atelier.

Höhe. Museen und Galerien hängen Bilder meist so, dass ihre Mitte etwa auf Augenhöhe liegt, also ungefähr 145 bis 155 Zentimeter über dem Boden. Über einem Sofa oder einem Sideboard darf ein Bild tiefer hängen, damit Möbel und Werk zusammengehören. Ein Abstand von einer Handbreit bis zu zwanzig Zentimetern zur Möbelkante wirkt meist ruhig.

Abstand. Großformate brauchen Raum davor. Als Faustregel gilt: Der Betrachtungsabstand sollte mindestens so groß sein wie die Bilddiagonale, besser anderthalbmal so groß. In einem schmalen Flur wirkt ein kleineres Format oft stärker als ein großes.

Licht. Direkte Mittagssonne ist für keine Malerei ideal. Seitliches Tageslicht ist besser, am Abend ein warmer Strahler, der von oben schräg auf das Bild fällt. Gerade beim Gold macht der Winkel des Lichts viel aus: Von vorn angestrahlt wirkt es flächig, von der Seite beginnt es zu schimmern.

Umgebung. Eine Wand muss nicht weiß sein. Ein warmes Grau, ein gebrochenes Weiß oder ein tiefes Grün können die Farben eines Bildes sogar verstärken. Wichtig ist, dass die Wand in der Nähe des Bildes ruhig bleibt.

Wer unsicher ist, kann diese Fragen beim Atelierbesuch besprechen oder das Werk zu Hause probehängen.

Wer überlegt, ein Original zu erwerben, findet im Leitfaden Abstrakte Kunst kaufen eine ruhige Orientierung. Wer ein Werk für einen bestimmten Raum wünscht, liest den Beitrag über die Auftragsarbeit.

Atelierbesuch und Probehängen

Ein Besuch im Atelier beginnt mit einer kurzen Anfrage über das Kontaktformular. Es hilft, wenn man schreibt, wofür man ein Werk sucht: für welchen Raum, welche Wand, welche ungefähre Größe. Dann kann die Künstlerin passende Arbeiten bereitstellen.

Vor Ort ist Zeit, die Bilder aus verschiedenen Abständen zu betrachten, über Material und Entstehung zu sprechen und Fragen zu stellen, die man in einer Galerie vielleicht nicht stellen würde. Es gibt keine Verpflichtung, etwas zu kaufen.

Manchmal bleibt nach dem Besuch eine Frage offen: Passt das Bild wirklich in den eigenen Raum, zu diesem Licht, zu diesen Möbeln? Dafür gibt es das Probehängen. Gegen einen kleinen Aufpreis kann ein Werk für eine Zeit zu Hause hängen. Entscheidet man sich für das Bild, wird der Betrag beim Kauf verrechnet. So trifft man die Entscheidung dort, wo das Werk später leben wird.

Und wer die Künstlerin selbst kennenlernen möchte: Das Atelier in Hamburg öffnet nach Vereinbarung. Eine Anfrage genügt.

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Häufige Fragen

Welche Künstlerin aus Hamburg arbeitet mit Blattgold?

Die Hamburger Malerin Juliane Golbs vollendet viele ihrer Werke mit 24-Karat-Blattgold und Goldcremes, die das Licht im Raum aufnehmen und mit dem Tageslicht ihre Wirkung verändern.

Kann man das Atelier von Juliane Golbs besuchen?

Ja, nach Vereinbarung. Das Atelier in Hamburg öffnet nur für private Termine, die über das Kontaktformular angefragt werden.

Wo sieht man ihre Kunst öffentlich in Hamburg?

Als Artist-in-Residence arbeitet und stellt Juliane Golbs im Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee aus.

Was bedeutet Probehängen bei Juliane Golbs?

Wer unsicher ist, ob ein Werk in den eigenen Raum passt, kann es gegen einen kleinen Aufpreis zu Hause probehängen. Entscheidet man sich für das Bild, wird der Betrag auf den Kaufpreis angerechnet.

Quellen

5 Quellen
  1. Tageskarte: Louis C. Jacob startet langfristige Kunst-Kooperation mit Juliane Golbs (29.09.2025)
  2. Barlach Halle K: Juliane Golbs (Ausstellung Dezember 2021)
  3. about-drinks: Windspiel präsentiert Art Edition mit Juliane Golbs (13.06.2024)
  4. Gastronomie-Journal: Eine Hommage an das Dasein (14.09.2022)
  5. Deutsche Biographie: Lichtwark, Alfred (Neue Deutsche Biographie)